Nachwuchs mit erstaunlichen Leistungen

von Jan Sting, 07.11.06, 09:40h, Aktualisiert 07.11.06, 10:26h

Die Knie wackelten, die Finger trommelten, die Füße wippten - eine gesunde Mischung aus Lampenfieber und musikalischem Mitgerissen-Sein ging am Sonntag durch die Stuhlreihen im Agamsaal. Dort saßen die Nachwuchs-Jazzer, die am von der Autofirma Skoda gesponserten Jazzpreis teilnahmen. Leverkusen war einer von vier Austragungsorten für die Regionalwettbewerbe. Im Sommer 2007 soll beim Swingfest in Bingen der Bundessieger unter den Jugend-Big-Bands gekürt werden.

Es ging also um die Wurst. Und so spontan, temporeich und flippig wie die Musiker der Jugendbigband Hannover aufdrehten, lag es nicht fern, dass sie den ersten Preis in der Kategorie II einheimsten. Darunter zählen die bis zu 21-jährigen Musiker der Jugendmusikschulen und der freien Ensembles. Der berühmte Bassist Ali Haurand, Leiter des Jazz-Festivals in Viersen, stiftete spontan einen Sonderpreis. Das bedeutet, dass die Hannoveraner bei „Jazz-thing 2007“ in Düsseldorf auftreten dürfen.

Festivalmanager Eckhard Meszelinsky lud indessen die Gewinner in der Kategorie I - das sind die Bigbands an den allgemeinbildenden Schulen - für kommenden Samstag, 11. November, in den Agamsaal. Dort werden sie im Laufe des Abends, also beim Konzert Grammys on Stage, Beginn 18.30 Uhr, zu hören sein. Wie Yvonne Moissl, Präsidentin der Deutschen Jazz Föderation, betont, fiel es den Juroren besonders schwer, in dieser Kategorie den Gewinner festzulegen. „Die Qualität war durch die Bank sehr, sehr hoch.“ Ausschlaggebend sei daraufhin die Leistung der Solisten gewesen. Die Bigband des Gymnasiums Berenbostel hat mit dem Drummer Julian Külpmann einen brillanten und preisgekrönten Schlagzeuger in ihren Reihen, und Moissl war auch am Montag noch ganz perplex über die satte Leistung des 17-Jährigen. Berenbostel ist übrigens ein Stadtteil von Garbsen in Niedersachsen. Das zeigt, dass der Jazz nicht nur in den Großmetropolen gedeiht. Doch wie Skoda-Sprecher Christoph Ludewig erläutert, war es lange Zeit schwierig, vergleichsweise große Ensembles wie die Jugendbigbands in den Wettbewerb „Jugend musiziert“ zu integrieren. 2002 fing man daher mit dem Skoda-Jazzpreis in Rheinland-Pfalz an, erweiterte daraufhin auf das Saarland und Hessen. Jetzt wurden bundesweit 250 Jugendbigbands angeschrieben. 50 haben sich beworben. Zu den Förderern des Projekts gehören auch der Trompeter Till Brönner und der Leiter des Bundesjazzorchesters Peter Herbolzheimer.

www.ksta.de/lev-jazztage